Das Gelesene ist meist ein geschriebener Text, der Mensch selbst, Geschichten und Begebenheiten, aber auch das ganze Universum. Der Leseprozess und die Ergebnisse, die daraus erzielt werden, sind vielleicht das Wichtigste beim Lesen. Andererseits ist jedes Lesen, das komplett unabhängig und fern von der Botschaft Allahs ist, unzulänglich. Der Grund dafür ist, dass man sich von der Gesamtheit (Tawhîd) entfernt und Gefahr läuft sich in Details zu verlieren.
Die Tatsache, dass das erste Gebot der göttlichen Offenbarung „Lies“ lautet, regt viele zum Nachdenken an, aber nur die Wenigsten machen sich Gedanken über die Gründe. Zudem haben die, die von dieser Botschaft betroffenen oder angesprochen sind, häufig kein gesundes Verhältnis zum Lesen. Dieses Gebot wurde erstmals an den Gesandten Gottes Muhammed (saw) übermittelt, der über alle Eigenschaften verfügte, die für ein gesundes Lesen nötig sind. Seine Charakterzüge waren der gottgegebenen menschlichen Natur nicht entfremdet. Er liebte die Einsamkeit. Seine zwischenmenschlichen Beziehungen basierten nicht auf Eigeninteresse. Jeder, der ihn kennen lernte, fand Güte, Geborgenheit und Sicherheit. Der Mensch, der sich selbst kennt, wird auch seinen Schöpfer kennen lernen wollen und somit den ersten Schritt zu einem gesunden Lesen machen. Der wichtige Schritt, der danach befolgt werden muss, ist, dass man mit der Basmala beginnt und versucht, die bereits erwähnten vier Objekte zu verstehen, ohne sie von der Gesamtheit zu trennen. Der Leser muss sich davor wahren falsche Antworten auf die Frage „Wer ist der Mensch“ zu finden. Denn damit würde er den größten Fehler beginnen. Das Lesen setzt Kontinuität voraus. Somit ist der Mensch dazu angehalten, ständig und immer wieder zu lesen. Demnach besitzt das richtige Lesen die Eigenschaft, das „menschliche“ im Menschen zu bewahren. Ein Mensch der nicht liest, wird die idealen Eigenschaften, die der Menschheit geschenkt wurden sowie die Grundkenntnisse, die ihm vermittelt wurden, nicht verwerten können, was zu Undankbarkeit führen würde. Die meisten Menschen bleiben stehen, anstatt sich dem natürlichen und ausgewogenen Verlauf der Natur unterzuordnen oder, d. h. sie lesen nicht; oder sie schwimmen gegen den Strom, lesen also falsch. Denn sie verwenden die hervorragenden Eigenschaften, die ihnen zuteil wurden, zum Schlechten und haben die Ansicht, dass sie sich selbst genügen werden. Sie denken, dass es nicht nötig sei zu lesen. Doch ohne das Lesen entfernen sie sich von der Offenbarung Allahs oder sie entfernen diese von den Menschen und der Schöpfung. Wenn alles voneinander losgerissen und gelöst wird, wird der Gedanke an Allah und die Rückkehr zu ihm vergessen werden. Gibt es etwas, wozu der Mensch, der die Rückkehr zu seinem Schöpfer vergessen hat, nicht in der Lage wäre? Das Böse wächst über ihn hinaus und richtet sich meist gegen seine Umwelt. Er wird zum Feind des Guten und der Guten. Er betet nicht nur selber nicht, sondert verhindert auch die Betenden daran. Über ein Gewissen verfügt er längst nicht mehr, so dass er nicht von seinen Vorurteilen wegkommt. Er ist nicht in der Lage sich von dem falschen Lesen zu erlösen und wiederholt die Offenbarung Allahs zu lesen, die den Menschen, die Begebenheiten und das Universum erklärt. Unregelmäßiges Lesen, das Nicht-Lesen und falsches Lesen können den Menschen in die Irre leiten. In diesen Irrwegen neigt der Mensch dazu zu vergessen, dass sein Schöpfer ihn bei allem, was er tut, sieht. Die Fehler, die aus diesem Fehlverhalten hervorgehen, können nicht legitimiert werden. Wer das Beharren auf seinen Fehlern als Freiheit bezeichnet, muss auch die Konsequenzen tragen. Die Erlösung ist nur durch das Lesen, das mit der Basmala beginnt, möglich. Es ist also erforderlich sich von den Unwissenden abzuwenden, sich ihnen nicht unterzuordnen und dem Schöpfer nahe zu sein. |
