Im vergangenen Jahr sind in Österreich 591.597 Strafdelikte angezeigt worden. Besonders stark angestiegen ist die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäusern. Die Statistik soll demnächst reformiert werden.
"Es war ein durchwachsenes, sehr schwieriges Jahr", meinte Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamts (BK). 591.597 Strafdelikte wurden im Jahr 2009 in Österreich angezeigt. Laut aktueller Kriminalitätsstatistik, die am Montag veröffentlich wurde, sind das um 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die größte Zunahme gab es in Wien mit 7,22 Prozent, wo 228.593 Straftaten anfielen. 28 Prozent der Straftaten wurden von Nicht-Österreichern begangen.
Welle an EinbruchsdiebstählenDer Höhepunkt der Einbruchswelle war vom Spätherbst 2008 bis zum Juli 2009. Ab dem Frühsommer seien "alle freien Ressourcen" auf das Thema Einbrüche konzentriert worden, sagte Lang. Danach habe sich die Lage im vergangenen Sommer und Herbst wesentlich verbessert.
Deutsche und Serben als SorgenkinderKnapp drei Viertel der Verdächtigen sind Österreicher, 28 Prozent sind Ausländer - im Vorjahr waren es 27 Prozent. Den Großteil davon stellen Deutsche und Serben mit jeweils elf Prozent der ausländischen Angezeigten. Bei Einbruchsdiebstählen halten ausländische Täter einen Anteil von 50 Prozent. Die Tätergruppen sind laut Lang keine "Kriminaltouristen", sondern "haben Strukturen in und rund um Wien etabliert".
Zahl der geklärten Fälle gestiegenIm Vorjahr konnte die Zahl der geklärten Fälle gegenüber 2008 um 7,4 Prozent gesteigert werden. Die höchste Steigerung verzeichnete Wien: In der Bundeshauptstadt wurden um 14,05 Prozent mehr Fälle geklärt als 2008. 2009 wurden bundesweit 235.760 aller angezeigten Fälle geklärt. Dadurch konnte die Aufklärungsquote um 1,52 Prozentpunkte auf 39,85 Prozent gesteigert werden.
Neue Statistik im Februar präsentiertDie Kriminalstatistik soll reformiert werden. Das Institut für Höhere Studien (IHS) und das Institut für Strafrecht und Kriminologie sind beauftragt worden, Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Die Kriminalstatistik neu werde "logischer", auch "ein bisschen aktueller", bleibe aber mit den bisherigen Daten vergleichbar, versprach Lang. Sie soll im Februar vorgestellt werden.
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