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Milli Görüs: Verschwörung zur Weltherrschaft? Kaum tritt der neue Präsident der IGGiÖ sein Amt an, wird ihm seine Mitgliedschaft bei Milli Görüs zur Jugendzeit zum Vorwurf gemacht. Wenig später folgen weitere Kommentare und Artikel, welche ein einseitiges und negatives Feindbild der Vereinigung ihrer Mitglieder zeichnen. Hr. Tausch recherchiert dazu im Internet und zitiert ausgerechnet aus dem tendenziös antiislamische MEMRI. Das ist so, als würde man zu Sachen Barak Obama den Neocon Daniel Pipes zitieren. Auffällig dabei ist, dass die Kritiker aus der Ferne nichts Positives zu sagen haben. Nichts. Auch Herr Tausch zeichnet ein ausschließlich negatives Bild dieser Vereinigung die sich als religiöse Gemeinschaft Abrahams (Milla Ibrahim) versteht. Die übliche Fehlinterpretation lautet „Nationale Sicht“, gemeint ist aber die religiöse Sichtweise. Man könnte meinen, trifft man eines ihrer Mitglieder, dann muss er/sie das wandelnde Böse sein. Islamistische WeltverschwörerInnen, welche die Gesellschaft unterwandern und die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Dass in den Niederlanden Milli Görüs ein Ansprechpartner der Politik in Sachen Integration ist, in Deutschland trotz ergebnisloser Beobachtung durch den Verfassungsschutz auch hier VertreterInnen der Kirchen, des Judentums, politischer Parteien und SozialarbeiterInnen aller Fraktionen zu Gast sind und in Sachen gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammenarbeiten, scheint ihm bei der Internetrecherche entgangen zu sein. Vielleicht hat er auch gezielt nicht danach gesucht. Die Menschen und Institutionen, welche mit den einzelnen Vereinen und ihren Mitgliedern tatsächlich Kontakt hatten, konnten einen anderen Eindruck gewinnen. Herr Tausch hat wohl noch keinen der von uns veranstalteten unzähligen Tagen der offenen Moschee beigewohnt, wo Transparenz großgeschrieben wird, die BesucherInnen alle Fragen stellen können und auch beantwortet werden. Herrn Tausch scheinen die interreligiösen und interkulturellen Aktivitäten der verschiedenen Kulturvereine in Europa gänzlich unbekannt zu sein. Wahrscheinlich sind die ihm auch völlig egal oder er will von diesen nichts wissen und wenn er davon weiß, dann will er sie auf jeden Fall verschweigen: Statt der ausgestreckten Hand, eine ausgestreckte Faust. Hr. Tausch scheint sich auch nicht für die Mitglieder als Menschen zu interessieren und deren positiven Beitrag zur Gesellschaft. Einfacher ist es da negative Behauptungen zusammenzutragen und Menschen als Masse organisierter „IslamistInnen“ zu diskreditieren. Dass haben viele KritikerInnen gemeinsam, sie recherchieren aus der Ferne, sind oft selber nicht ideologiefrei, werfen aber genau dies der Bewegung und ihren Mitgliedern vor und verweigern sich der persönlichen Auseinandersetzung. Lieber zitiert man MEMRI. Man will doch an seinem Feindbild unbedingt festhalten können. Damit kann man heute Bücher verkaufen und zur in Talkshows geladenen ExpertIn werden. Yakup Gecgel
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