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Konter für Rudas


Islamische Föderation: Kopftuch kein Hindernis für Ausbildung der Frau, wohl aber ein Kopftuchverbot

Die Kritik von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas am angeblichen Kopftuchzwang hat für Verwunderung bei MuslimInnen gesorgt.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft forderte Aufklärung: "Mit ihren Äußerungen zum muslimischen Kopftuch begibt sich Laura Rudas ins populistische Fahrwasser, das bei schwindendem Wertebewusstsein und sozialer Unsicherheit auf ein Wir-Gefühl durch Abgrenzung setzt."


Die SPÖ-Politikerin müsse sich auch die Frage gefallen lassen, wie sie es denn mit der Trennung von Staat und Religion halte, wenn sie sich einfach anmaße, ein Urteil über das Kopftuch zu fällen.


Kopftuchverbot das eigentliche Hindernis


Die Islamischen Föderation bedauerte, dass sich die SPÖ den "Luxus" leiste, eine Bundesgeschäftsführerin zu beschäftigen, welche die Diskriminierung von religiösen Gemeinschaften und die Einschränkung von Grundrechten proagiert. In einer Aussendung am Mittwoch meinte Yakup Gecgel, Rudas solle Gespräch mit Musliminnen suchen, die "selbstbestimmt die Kleidung ihrer Wahl tragen". Überdies betonte er, dass das Kopftuch kein Hindernis für die Aus- und Weiterbildung der Frau sei, wohl aber ein Kopftuchverbot und ein Verbot in der Modernen Aufklärung.


Wahlkampf in rechten Pfründen


Für die Islamische Förderation ist Rudas Aussage Wahlkampftaktik: Bei den anstehenden Wahlen zum Gemeinderat und der Wirtschaftkammer müsse man sich wohl "der Islamfeindlichkeit und Islamophobie rechtspopulistischer Parteien anpassen". muss. Auch die rechte Opposition schlug in dieselbe Kerbe: FPÖ-Vizechef Hofer mutmaßte, die "vorgeblich interkulturelle Erleuchtung" liege an der heranrückenden Wien-Wahl. BZÖ-Generalsekretär Petzner verglich Rudas mit der FPÖ-Abgeordneten Rosenkranz.


"Gespaltene Zunge" der SPÖ


Verwirrung gab es in der Wiener ÖVP. Integrationssprecherin Sirvan Ekici interpretierte Rudas' Kritik am Kopftuchzwang dahingehend, dass sich die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin ein Verbot vorstellen kann und meinte: "Wieder einmal spricht man aufseiten der SPÖ mit gespaltener Zunge." Ekici begrüßte allerdings die "Einsicht", dass vor allem in Wien in Sachen Integration Aufholbedarf gegeben sei. Was SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz zum Konter zwang: Ekici versuche erfolglos, das Modell der Wiener Integrationspolitik schlecht zu reden. (APA/red/standard)