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Gewalt gegen Frauen steigt weiter an
Frauen-Organisationen wollen ein umfassenderes Angebot für Opfer. Die zuständige Ministerin denkt über eine Fußfessel für Täter nach.
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Jede fünfte Frau ist Opfer häuslicher Gewalt.
Rund 20 Mal pro Tag wird in Österreich die Polizei gerufen, weil eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt wird. Jede fünfte Frau ist betroffen - Tendenz steigend. Grund genug für Frauen-Organisationen sich am heutigen "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" zu Wort zu melden. Das Angebot für Opfer sei in Österreich nicht ausreichend, so ihre Kritik. Beratungsstellen seinen demnach überlaufen und die Frauenhäuser voll. Im Vorjahr wurden in Österreich mehr als 14.000 Gewaltopfer betreut, im Jahr 2001 waren es noch knapp 5000. Mehr als 3000 Frauen und Kinder haben in österreichischen Frauenhäusern Schutz gesucht, berichtet Ö1. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sieht dabei aber auch einigen Nachholbedarf in den einzelnen Bundesländern. Die Bekanntheit der jeweiligen Einrichtungen sei besonders wichtig. Die Wirtschaftskrise soll das Gewaltpotential noch gefördert haben, so Heinisch-Hosek im Ö1-Morgenjournal.
Fußfessel für Täter
Eine elektronische Fußfessel soll die Opfer schützen und Täter abschrecken.SP-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek befürwortet den Einsatz von elektronischen Fußfesseln an Tätern häuslicher Gewalt, um Opfer vor weiteren Übergriffen zu schützen. Wie die ZiB24 des ORF in der Nacht auf Mittwoch berichtete, ließ sich die Ministerin das spanische Fußfessel-System in Madrid vorführen. Heinisch-Hosek verwies darauf, dass in Österreich jeder zehnte Täter die gerichtliche Verfügung missachte, sich vom Opfer fernzuhalten. Das Fußfessel-System "wäre eine Möglichkeit, das hintanzuhalten".
Lage in Spanien
Voriges Jahr kamen in Spanien 75 Frauen nach Fällen häuslicher Gewalt ums Leben. Zur Bekämpfung des Problems setzt die sozialistische Regierung auch auf eine Verschärfung der Strafen. So kann ein Richter anordnen, dass der Täter ein elektronisches Armband oder eine elektronische Fußfessel tragen muss. Die Geräte schlagen Alarm, wenn sich der Täter seinem Opfer auf 500 Meter nähert. Es werden sowohl das potenzielle Opfer als auch die Polizei verständigt. "Ich glaube, dass das System des Armbandes, der Fußfessel, auch insofern gut wäre, weil in Österreich jeder zehnte Täter sich nicht daran hält, wenn eine einstweilige Verfügung vom Gericht da ist, dass er sich fernzuhalten hat", sagte Heinisch-Hosek dem ORF. Sie verwies darauf, dass die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt auch in Österreich zunehme. Der Anstieg der gemeldeten Fälle sei nur zum Teil dadurch zu erklären, "dass das Bewusstsein gestiegen ist" und mehr Frauen wüssten, wohin sie sich wenden sollen. Die Frauenministerin nahm am Montag auf Einladung ihrer spanischen Amtskollegin Bibiana Aido an einer Konferenz zum Thema "Gewalt und Jugend" in Madrid teil. Aido wies bei der Konferenz darauf hin, dass zwei Fünftel aller 113.500 Frauen, die nach häuslicher Gewalt Opferschutz erhalten haben, jünger als 30 Jahre sind. Spanien will den Kampf gegen Gewalt an Frauen auch zum Thema seines EU-Ratsvorsitzes im ersten Halbjahr 2010 machen, sagte Aido. Zu den konkreten Projekten zählen die Schaffung eines einheitlichen EU-Rechtsrahmens zur Verfolgung der Täter sowie einer europaweit einheitlichen Telefonnummer, unter der Opfer rund um die Uhr in ihrer jeweiligen Landessprache betreut werden.
Artikel vom 25.11.2009 07:27 | apa | mn
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